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MEDIA DESIGN | Foams

“So the One Orb has imploded—now the foams are alive.”
Peter Sloterdijk, Foams - Spheres Volume III: Plural Spherology, 2016

Ein Schaum wird grundsätzlich beschrieben als Ansammlung gasförmiger Bläschen, die von festen oder flüssigen Wänden eingeschlossen sind. So vage wie die Beschreibung des Schaums ist die Vielzahl seiner Manifestationen und Erscheinungen. Doch Schaum hat auch eine räumliche Dimension. Ein mit Luft gefüllter Raum, umgeben von Wänden, die ihn gleichermaßen abgrenzen wie auch zu den anderen Parzellen verbinden. Bestehend aus unterschiedlichen Dichtegraden, kann Schaum hart oder weich sein; oder eben alles dazwischen. Gleichzeitig kann er sich reorganisieren und ähnlich einer Flüssigkeit spontan verändern. Doch was macht das Ganze nun architektonisch? Sind es die physikalischen Eigenschaften des Schaums, die ihn interessant fürs Bauen machen? Schaumbeton, der extreme Dämmeigenschaften aufweist aber gleichzeitig hochgradig porös ist? Schaum als Formfindungsmethode, wie sie zum Beispiel Frei Otto für die Gestaltung des Olympiastadiums in München einsetzte? Schaum als dynamisches und adaptives Material, zu finden unter anderem in modernen Matratzen oder den Möbelentwürfen des belgischen Designers Carl de Smet?

In diesem Seminar befassen wir uns mit den räumlichen Qualitäten des Schaums. Wie entsteht Schaum? Welche Arten gibt es? Was sind die jeweils bestimmenden Materialeigenschaften? Durch praktisches Experimentieren und ‚Selber-machen‘ untersuchen wir eine Vielzahl an Schäumen und versuchen ihre Eigenschaften und Verhalten zu kontrollieren und zu modifizieren. Auf welchen Schaum die Wahl fällt ist offen. Er kann weich sein und aufgrund seiner Struktur analysiert werden, er kann ‚smart‘ sein und seine Form anpassen oder in Kontakt mit Chemikalien zu formal interessanten Gebilden führen.

Die räumliche Synthese der Materialexperimente führt zu einer Utopie des Geschäumten. Eine modellhafte, verspielte, experimentelle, sinnlose, aufrüttelnde, versuchshafte, hypothetische, radikale, phantasievolle, optimistische, persiflierende Architektur im Sinne der Avantgardisten der 60er, 70er und 80er Jahre. Der Schwerpunkt liegt auf den räumlichen Qualitäten des Schaumentwurfs. Licht, Schatten, Oberfläche, Textur, Proportionen, Öffnungen, Grenzen, Verbindungen, Bewegung, Nutzung, Aufenthalt, sinnliche Erfahrung und Atmosphäre. Das Material ist die Struktur ist die Form ist der Entwurf.

Directed by: Manuel Kretzer

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